Wirtschaft, Steuern, Arbeit

Steuerreform: Mittelschicht in den Mittelpunkt

Hopfner Staudinger Greiter
Bild: (c) Marcel Mayer

Steuerreform ist wichtiger Schritt, aber Mittelschicht muss stärker entlastet werden.

Für SPÖ-Chef Martin Staudinger ist die Senkung der Einkommenssteuer im Zuge der geplanten Steuerreform ein erster richtiger Schritt. Verbessern könnte man die Reform, indem die Mittelschicht stärker profitiert.

„Die Mittelschicht schafft mit ihrer täglichen Arbeit wertvollen Mehrwert für unsere Gesellschaft. Diese Leute stehen in den Krankenhäusern, im Einzelhandel oder im Büro mitten im Berufsleben und tragen mit einen großen Teil ihres Einkommens zum Steuervolumen bei. Deshalb sollten sie von der Steuerreform auch am stärksten profitieren.“

Beim aktuellen Steuerreform-Modell gibt es aber die höchste Entlastung für Einkommen in der Höhe ab 6.000 Euro brutto. „Das verdienen nur 3% aller Österreicher. Mir wäre wichtig, dass die höchste Entlastung bei allen Einkommen unter 6000 Brutto stattfindet. Damit würden 97% der Arbeitnehmer von der höchsten Entlastung profitieren“, erklärt Staudinger.

Investitionen begünstigen statt Gewinne

Für den Wirtschaftsbereich schlägt Staudinger die gezielte Bevorzugung von Investitionen vor. Denn eine Begünstigung von Gewinnen habe keinen nachhaltigen volkswirtschaftlichen Effekt: „Denkbar wäre zum Beispiel eine degressive Abschreibung für Abnutzung (AfA) und eine Investitionsprämie. Damit würde man nicht Unternehmensgewinne fördern, sondern vor allem deren Re-Investition in Zukunft, Wachstum und Arbeitsplätze.“

Steuerreform Vorsichtig und seriös budgetieren

Generell verfolgt der SPÖ-Chef das Prinzip, mit Geld behutsam umzugehen. „Als Politiker, Steuerzahler und Vorarlberger bin ich für Vorsicht bei Steuergeschenken. Denn auch bei schlechterer Konjunktur sollten wir unseren Schuldenstand nicht vergrößern müssen.“ Staudinger weist in diesem Zusammenhang auf die steigenden Ausgaben im Pflegebereich hin. „Es wäre klug und nachhaltig, lieber 10% des Entlastungsvolumens ‚aufsparen‘ und damit den Pflegefonds besser zu dotieren. So sorgt man mit den richtigen Maßnahmen heute für die Herausforderungen von morgen vor.“