Konsumentenschutz, Tierschutz

So schaffen wir Tiertransporte ab

Tiertransporte abschaffen: Martin Staudinger, Benno Feldkircher und Rudi Längle präsentieren Vorschläge für mehr Tierwohl.
Tiertransporte abschaffen: Martin Staudinger, Benno Feldkircher und Rudi Längle präsentieren Vorschläge für mehr Tierwohl. Bild: (c) SPÖ

Tierwohl steht im Mittelpunkt.

Die SPÖ hat heute Vorschläge vorgestellt, mit denen Tiertransporte abgeschafft werden können. „Wir sind der Meinung, dass wir unseren Tieren gegenüber Verantwortung haben“, sagt SPÖ-Chef Martin Staudinger.

„Vorarlberger Kälber in aufreibenden Transporten durch ganz Europa zu schicken, um danach wieder Kalbsfleisch teuer zu importieren, ist unsinnig.“

Ohne Tiertransporte geht es auch: System Landwirtschaft verbessern

Dass es überhaupt Tiertransporte in andere Regionen und Länder gibt, hat viel mit der Art und Weise zu tun, wie das System der Vorarlberger Landwirtschaft funktioniert. „Der absolute Schwerpunkt liegt auf der Milchwirtschaft. Damit Kühe Milch geben, müssen sie regelmäßig ein Kalb zur Welt bringen. Mit den männlichen Kälbern kann man in der Milchwirtschaft aber nichts anfangen, daher werden sie zu sehr niedrigen Preisen in teils entfernte Gegenden verkauft“, weiß Staudinger. Man müsse daher das System umstellen. Dafür hat die SPÖ mehrere Vorschläge, die darauf abzielen Tiertransporte unnötig zu. machen:

  • Schlachtmöglichkeiten in Vorarlberg ausbauen, damit keine Lebendtiere mehr transportiert werden müssen
  • Förderpolitik ändern: Derzeit werden Milchkühe viermal so stark mit Steuergeld gefördert wie Jungvieh – die Aufzucht junger Kälber muss mindestens genauso viel Wert sein, um rentabler zu sein
  • Starke Transparenz für die KonsumentInnen: Verpflichtende Herkunftskennzeichnung bei allen Lebensmitteln, insbesondere bei Fleisch
  • Verbesserungen der Möglichkeiten für mobile Schlachtung vor Ort
  • Weg von „Turbokühen“, hin zu Zweitnutzungsrassen
  • Schlachtung im Land soll der Regelfall sein, damit werden überlange Lebend-Tiertransporte obsolet
  • Trennung von Tierschutz- und Landwirtschaftsressort im Land

Tierwohl und Konsumentenschutz

Dabei geht es um Tierwohl und Konsumentenschutz gleichermaßen. Denn oft sei für die Konsumenten nicht nachvollziehbar, woher das Fleisch tatsächlich stammt und unter welchen Bedingungen das Tier gelebt hat. Staudinger:

„Wir brauchen volle Kennzeichnung darüber, ob Fleisch tatsächlich zu 100% aus dem angegebenen Land stammt oder nur dort verarbeitet wurde.“

Tiere sollen im Land bleiben

Unterstützung erhielt er von vom Obmann der Tierhilfe Vorarlberg, Rudi Längle. Er wies darauf hin, dass die transportierten Kälber etwa drei bis vier Wochen alt sind: „Für diese Tierbabys sind die teils langen Transporte eine enorme körperliche und psychische Belastung. Eine echte Qual. Die einzige Lösung ist es, die Transporte völlig abzustellen. Stattdessen brauchen die Bauern Anreize, die Tiere zu behalten. Dazu gehört es, Möglichkeiten für Schlachtungen in Vorarlberg auszubauen.“

Für tiergerechtes Schlachten

Auch Benno Feldkircher, Metzger aus Hard, unterstützt die Vorschläge der SPÖ. Er bietet mobile Schlachtungen vor Ort an – das macht Tiertransporte obsolet. Bislang gibt es für diese Art der Schlachtung aber noch keine Genehmigung. „Das wäre die schonendste Variante für die Tiere. Ohne Stress, ohne Transport. Bislang gibt es aber vom Land noch keine Genehmigung“, so Feldkircher. Mobile Schlachtungen wären keine Konkurrenz zu Schlachthöfen, sondern eine sinnvolle Ergänzung.