Vorarlberg, Wirtschaft

Jetzt regionalen Betrieben helfen heißt Arbeitnehmer absichern

Martin Staudinger Bild: (c) Marcel Mayer

Konkrete Maßnahmen für Selbständige und KMU

„Diesmal geht es nicht um die Rettung von global Banken und der Finanzwirtschaft, diesmal geht es um kleine Betriebe und deren Mitarbeiter im Land“,

erklärt Martin Staudinger die unmittelbare Betroffenheit und Handlungsnotwendigkeit angesichts der Corona-Krise. Obwohl die Summen nur einen Bruchteil ausmachen würden, ist es essenziell, vor allem Ein-Personen-Unternehmen und Kleinbetriebe und damit deren Mitarbeiter wesentlich besser zu unterstützen, denn derzeit ist leider kein Rechtsanspruch auf Kostenersatz für diese Betriebe vorgesehen. Darum sind sie in ihrer Existenz massiv bedroht, genau so wie deren Angestellte. Hier braucht es schnellstens entsprechende Lösungen für die Wirtschaft.

Jetzt zählt die Gesundheit, aber die Auswirkungen betreffen auch die Wirtschaft

„Die Bekämpfung des Corona-Virus fordert uns alle. Im Vordergrund steht die Gesundheit der Menschen; alle Maßnahmen sind auf den Schutz der Vorarlberger Bevölkerung ausgerichtet. Wir müssen aber auch die Auswirkungen auf die Gesellschaft, den Arbeitsmarkt und die Wirtschaft im Auge behalten. Zusätzlich zu den Mitteln des Bundes braucht es ein Paket, um der Vorarlberger Wirtschaft und den ArbeitnehmerInnen in unserem Land zu helfen“,

so Staudinger.

Ein Paket sei zusätzlich zu den Maßnahmen des Bundes erforderlich. Denn dessen Maßnahmen ließen viele existenzielle Probleme offen: So braucht es dringend eine volle Entschädigung für Betriebe bis 25 MitarbeiterInnen.

„Kein Unternehmen soll wegen des Coronavirus in Konkurs gehen und seine MitarbeiterInnen kündigen müssen. Umgekehrt sollen Unternehmen, die Unterstützung  bekommen, zu einer Arbeitsplatzgarantie verpflichtet werden“,

so Staudinger. Dabei hilft auch eine Entgeltfortzahlung für alle Menschen, die jemanden betreuen (müssen). Ein Drittel sei laut Martin Staudinger allerdings zu wenig: Die Sonderfreistellung für Kinderbetreuung müsse der Staat zu 100 Prozent übernehmen.

Unterstützung für KMUs durch Bürgschaften und Notlagenfonds

Die Situation um das Corona-Virus setzt die Wirtschaft unter Druck. Klein- und Mittelbetriebe brauchen daher zusätzliche finanzielle Hilfen zum Beispiel in Form von Bürgschaften für Kredite bei den jeweiligen Hausbanken, gedeckelt für kleine Kreditsummen bis zu 500.000 Euro, um gezielt kleinen Unternehmen zu helfen. Über einen Notlagenfonds, gemeinsam von Land und Wirtschaftskammer Vorarlberg könnten Ein-Personen- und Kleinst-Unternehmen mit bis zu 10 MitarbeiterInnen eine Unterstützung bei starker Betroffenheit (Umsatzrückgang von mehr als 50 Prozent) erhalten, schlägt Staudinger vor.

Technologie-Förderung fürs Home Office

Eine Unterstützung für KMUs bei der Einrichtung von Home Offices für Hardware, Software, Schnittstellen zur Unternehmens–IT-Infrastruktur sowie Beratungsleistungen, gedeckelt mit einer maximalen Fördersumme pro Unternehmen von 10.000 Euro, hilft bei der Umstellung auf die aktuellen Notwendigkeiten. Staudinger:

„Die würde aber auch über die Corona-Krise hinaus viel zur innovativen Digitalisierung der Arbeitsmethoden von KMUs beitragen.“

Vielfältige Instrumente für ArbeitnehmerInnen mit nachhaltiger Wirkung

Zur Unterstützung von Unternehmen und deren ArbeitnehmerInnen sind gemeinsam mit dem AMS vielfältige Instrumente von Arbeitsstiftungen bei Personalabbau, bis zur Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rahmen von Weiterbildungskarenzen oder Kurzarbeit anzudenken. „Hier müssen alle Verantwortlichen, Land, Sozialpartner und AMS an einem gemeinsamen Strang ziehen“, so Staudinger abschließend:

„Damit wir gesundheitlich und wirtschaftlich bald wieder fit sind.“