Vorarlberg, Infrastruktur

Umweltschutz kennt keine Grenzen

Martin Staudinger
Martin Staudinger Bild: (c) Marcel Mayer

Vorarlberg soll Schweiz bei Recycling unterstützen

Wenn Vorarlberg die Schweizer Supermarktkette „Migros“ beim Recyceln von Müll unterstützen kann, sollten wir diese Chance wahrnehmen – findet SPÖ-Chef Martin Staudinger:

„„Wenn in der Schweiz weniger Müll verbrannt wird, ist das für die Klimabilanz gut. Wenn sich damit auch noch nachhaltige Kreislaufwirtschaft mit Vorarlberger Wertschöpfung verbinden lässt, umso besser!““

Kapazitäten in Vorarlberg nutzen

Kein Verständnis hat er für die kategorische Ablehnung durch die Grünen. „Einfach nur ‚nein‘ zu sagen hilft weder dem Klima noch der Umwelt. Wenn wir in Vorarlberg die Kapazitäten haben, um aus Abfall etwas Neues entstehen zu lassen, sollten wir diese Chance nutzen.“

Klimaschutz braucht länderübergreifende Lösungen

Die Haltung der Grünen sei ein politisches „Nullsummenspiel“ – das erinnere an die Forderung von Umweltlandesrat Johannes Rauch, zur Verbesserung der österreichischen Klimabilanz Benzin im Inland teurer zu machen, damit vermehrt im Ausland getankt wird. Staudinger: „Das ist scheinheilige Symbol-Politik, die dem Klima nichts bringt.

Dem Klima ist es egal, in welchem Land die Verschmutzung entsteht. Hier braucht es länderübergreifende Lösungen. Wenn in der Schweiz mehr Müll verbrannt wird, ist das genauso ein Problem für uns in Vorarlberg. Wir müssen uns darum gegenseitig helfen, satt uns voneinander abzuschotten.“

Kaum zusätzlicher LKW-Verkehr

Die ins Felde geführten 200 zusätzlichen LKW-Fahrten im Jahr seien jedenfalls kein Argument gegen diese Lösung. „Tagtäglich passieren tausende Kraftfahrzeuge die Grenze. Auf das Jahr aufgeteilt verursacht die Migros-Lösung einen zusätzlichen LKW etwa alle zwei Tage. Das fällt bei der Klimabilanz überhaupt nicht ins Gewicht – wenn die Schweizer ihren Müll weiterhin verbrennen, allerdings sehr wohl.“

Miteinander statt jeder für sich

Staudinger weist darauf hin, dass der Müllexport in die andere Richtung sehr wohl seit langem stattfindet. So werden jährlich rund 40.000 Tonnen Müll aus Vorarlbergs Haushalten zur Verbrennung in die Ostschweiz transportiert. „So ehrlich müssen wir sein. Wir exportieren unseren Restmüll, um uns in Vorarlberg eine Verbrennungsanlage zu ersparen. Für das Klima hat das aber dieselbe Auswirkung, wie wenn der Müll im Ländle verbrannt werden würde. Das darf nicht verschwiegen werden.“ Der SPÖ-Chef plädiert daher für mehr Ehrlichkeit in der Debatte. Wirtschaftslandesrat Marco Tittler sichert er Unterstützung für eine gemeinsame Vorgehensweise in Sachen Recycling für Migros zu.